EvK Witten stärkt Patientenversorgung: Neues Schockraumkonzept erfolgreich getestet

Witten. Das Evangelische Krankenhaus Witten hat mit einem neuen Schockraumkonzept den Ernstfall geprobt. In einer realitätsnahen Übung trainierten Mitarbeitende aus Anästhesie, Orthopädie, Unfallchirurgie, Innerer Medizin und der Zentralen Notaufnahme gemeinsam mit dem Rettungsdienst der Feuerwehr Witten die Versorgung einer schwer verletzten Patientin. Ziel: Abläufe optimieren und die Patientenversorgung im Schockraum noch sicherer machen.

Realitätsnahes Training im Schockraum

Die Übung simulierte einen Notfall: Eine 67-jährige demente Frau stürzte von einer Leiter und erlitt vermutlich einen Oberschenkelhalsbruch. „Obwohl es nur eine Übung war, spiegelte das Szenario echte Notfallsituationen wider“, erklärt Hans Jörg Malleikat, ärztlicher Standortleiter Rettungsdienst im EvK Witten.

Rund 20 Mitarbeitende arbeiteten sieben Stunden lang Hand in Hand mit dem Rettungsdienst. Vom Eintreffen der Patientin über die Erstversorgung im Schockraum bis hin zur weiteren Behandlung wurden alle Schritte genau geprobt. „Das Training und die anschließende Analyse zeigen uns, wie gut unser Schockraumkonzept funktioniert und wo wir noch nachjustieren müssen“, so Malleikat.

Schockraum: Zentrum für kritische Notfälle

Ein Schockraum ist ein spezialisierter Bereich in der Zentralen Notaufnahme, der für die Behandlung schwer verletzter Patienten, etwa bei Polytraumen, konzipiert ist. Alarmierungskriterien sind lebensbedrohliche Zustände oder schwere Verletzungen – etwa durch Verkehrsunfälle oder bei älteren Patientinnen und Patienten mit Frakturen. Das EvK Witten ist als lokales Traumazentrum und Alterstraumazentrum zertifiziert und bietet so eine fachübergreifende Versorgung für solche Patienten.

„Unsere Patienten profitieren enorm von der Behandlung im Schockraum, da hier verschiedene Fachdisziplinen unmittelbar zusammenarbeiten können“, betont Malleikat.

Neues Konzept bringt mehr Flexibilität

Das jüngste Training war das erste nach dem neuen Schockraumkonzept. Hintergrund war die Einführung eines überarbeiteten MANV-Konzepts (Massenanfall an Verletzten) im Ennepe-Ruhr-Kreis. Zahlreiche Prozessanpassungen und kleinere Änderungen – wie rollbare Wandschränke und ein zentralisiertes Schockraumtelefon – sorgen jetzt für mehr Platz und Flexibilität.

„Mit dem Schockraumtelefon kann der Rettungsdienst eintreffende Notfälle direkt ankündigen. Dadurch wird automatisch die Alarmierungskette ausgelöst, und das Schockraum-Team ist optimal vorbereitet“, erklärt Malleikat.

Übungen erhöhen Sicherheit für Patienten

Das Feedback von Feuerwehr und Klinikteam war durchweg positiv. „Jeder Einzelne hat von der Übung profitiert. Solche Trainings helfen uns, in kritischen Momenten schnell, präzise und sicher zu handeln“, sagt Malleikat.

Für 2025 sind bereits weitere Trainings geplant. Langfristig sollen zweimal jährlich Übungen stattfinden – künftig auch in Zusammenarbeit mit DRK und ASB. Ziel ist es, die ohnehin schon hohe Sicherheit in der Patientenversorgung kontinuierlich zu steigern.

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