Witten-Düren. Fahrgäste im Wittener Ortsteil Düren müssen sich erneut auf Einschränkungen im Busverkehr einstellen. Die Buslinie 371 wird im Bereich Bebbelsdorf/Stockum ab Montag, 19. Januar 2026, erneut umgeleitet. Grund ist eine Baustelle in der Straße Bebbelsdorf, die bis Freitag, 6. Februar 2026, andauern soll.
Nach Angaben der Verkehrsgesellschaft Ennepe-Ruhr (VER) sind die Straßen Bebbelsdorf sowie die Liegnitzer Straße zwischen Hörder Straße und Pferdebachstraße gesperrt. Die Stadtwerke Witten präzisieren, dass es sich um Wasser- und Kanalanschlussarbeiten auf einer Länge von rund 30 Metern vor der Hausnummer 123 handelt. Die Arbeiten werden von der Bauunternehmung Stracke durchgeführt, die Straße ist in diesem Bereich halbseitig gesperrt. Beginn der Maßnahme ist am 19. Januar um 7 Uhr, das Ende ist für den 6. Februar um 8 Uhr vorgesehen.

Die Linie 371 wird während der Bauzeit über die Pferdebachstraße umgeleitet. Die regulären Haltestellen „Liegnitzer Straße“, „Walfischstraße“, „Stockum Bf.“ und „Himmelohstraße“ werden nicht an ihrem gewohnten Standort bedient. Ersatzhaltestellen werden an der Pferdebachstraße im Kreuzungsbereich Liegnitzer Straße sowie in Höhe der Einmündung Helfkamp eingerichtet, zusätzlich hält die Linie 371 auch an der Haltestelle Gerdesstraße der Linien 373 (Richtung Stockumer Bruch) und NE18 (Richtung Langendreer). Die Einsatzwagenfahrten zwischen Stockum und der Adolf-Reichwein-Realschule bleiben unverändert bestehen.
Die erneute Baumaßnahme trifft auf einen sensiblen Punkt: Die Straße Bebbelsdorf war zuletzt vor rund 216 Tagen vollständig gesperrt, die damalige Baustelle dauerte insgesamt 210 Tage. Viele Anwohner und Fahrgäste empfinden die aktuelle Einschränkung daher als Fortsetzung einer ohnehin angespannten Situation.
Rückblick: Streit um die Busanbindung der Himmelohstraße

Bereits im vergangenen Jahr hatte eine Sperrung der Straße Bebbelsdorf für erheblichen Unmut gesorgt. Damals entzündete sich die Kritik vor allem an der zeitweisen Nichtbedienung der Haltestelle „Himmelohstraße“ durch die Linie 371. Fahrgäste forderten eine bessere Anbindung, unterstützt von Wittener Kommunalpolitikern. Ein zunächst vereinbartes Treffen zwischen Politik und VER kam nicht zustande; erst später stellten sich VER-Geschäftsführer Peter Bökenkötter und Verkehrsplaner Dirk Jellinghaus im Ausschuss für Mobilität und Verkehr den Fragen der Ratsmitglieder.
Die VER begründete ihre Entscheidung seinerzeit mit fehlender Fahrzeit und betrieblichen Zwängen. Kritiker hielten dagegen, dass es auf der Strecke erhebliche Standzeiten gebe und die Fahrzeiten lediglich anders verteilt werden müssten. Auch die geringe Fahrgastzahl an der Haltestelle Himmelohstraße – laut VER rund 150 Ein- und Ausstiege täglich – wurde als Argument angeführt, stieß jedoch auf Widerspruch aus Politik und Bürgerschaft.
Zusätzlich sorgten lange Fußwege zu Ersatzhaltestellen, Höhenunterschiede im Stadtteil und unzuverlässige Umsteigeverbindungen für Kritik. Insbesondere ältere Fahrgäste fühlten sich dadurch vom öffentlichen Nahverkehr abgehängt. Die Debatte mündete in grundsätzliche Fragen nach der Betriebspflicht der VER und der Ausgestaltung eines kundenfreundlichen Nahverkehrs in Witten.
Vor diesem Hintergrund wird die nun erneut notwendige Umleitung der Linie 371 von vielen Fahrgästen mit Skepsis verfolgt.



