Witten. – Wenn sich vom 23. bis 25. April 1999 Komponistinnen, Klangkünstler und Musikliebhaber aus aller Welt in Witten versammeln, verwandelt sich das LWL-Industriemuseum Zeche Nachtigall in ein einzigartiges Klanglabor. Im Rahmen der 31. Wittener Tage für neue Kammermusik erwartet die Besucher ein spannendes Wochenende voller neuer Musik, experimenteller Klanginstallationen und einer besonderen Ausstellung.
Zum ersten Mal kooperiert der Westdeutsche Rundfunk (WDR) mit dem Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) bei dem international renommierten Festival. Unter der künstlerischen Leitung von Harry Vogt, Redakteur für Neue Musik bei WDR 3, entsteht eine kreative Symbiose aus zeitgenössischer Musik und industriellem Erbe.
Neue Musik im historischen Ambiente
„Wir freuen uns über die Zusammenarbeit mit dem WDR“, sagt Ingrid Telsemeyer, wissenschaftliche Referentin des LWL-Industriemuseums. „Das Festival gilt als internationales Forum für zeitgenössische Kompositionen und ist ein wichtiger Treffpunkt der Neuen-Musik-Szene.“
Erstmals widmen sich die Wittener Tage intensiv dem Spannungsfeld zwischen Neuer Musik und Klanginstallationen. Unter dem diesjährigen Motto „Netz-Wege“ lassen sich 26 Künstlerinnen und Künstler von der Industriearchitektur inspirieren und verwandeln Maschinenhaus, Betriebsgebäude und Ringöfen in ein pulsierendes Klanglabyrinth.
Klanginstallationen und Performances: Industrie trifft Avantgarde
Zu den Höhepunkten zählen die Arbeiten der Kölner Klangkünstler Georg Odijk und Marcus Schmickler, deren Geräusch-Collagen den historischen Ort in ein akustisches Experimentierfeld verwandeln. Dirk Schwibbert kombiniert mithilfe von Sensoren und fast 100 Klangstrahlern historische Geräusche mit aktuellen Klanglandschaften – eine Begegnung von Vergangenheit und Gegenwart, die Besucher unmittelbar erleben können.
Die interaktiven Installationen sind an allen drei Festivaltagen zu erleben:
- Freitag, 23. April: 17:00 – 19:30 Uhr
- Samstag, 24. April: 11:00 – 20:00 Uhr
- Sonntag, 25. April: 10:00 – 16:00 Uhr
Der Eintritt zu den Installationen ist frei.
Vier Konzerte mit Weltpremieren zeitgenössischer Musik
Im Zentrum der Wittener Tage stehen auch in diesem Jahr vier Konzerte, die internationale Kompositionen und Uraufführungen präsentieren:
- „Prolog“: Freitag, 23. April, 17:00 Uhr & Samstag, 24. April, 11:00 Uhr
- „Entr’acte“: Samstag, 24. April, 18:00 Uhr & Sonntag, 25. April, 13:30 Uhr
Tickets für die Konzerte sind über das Kulturforum Witten erhältlich.
Wer das Festival nicht live erleben kann, hat am 15. Juli um 21:00 Uhr die Gelegenheit, die Konzertmitschnitte auf WDR 3 zu hören.
Sonderausstellung: „Alle Räder stehen still, und dann?“
Begleitend zu Musik und Klangkunst zeigt das LWL-Industriemuseum die Sonderausstellung „Alle Räder stehen still, und dann? – Ein Museum im Aufbau“, die die Entwicklung und Zukunft der Zeche Nachtigall beleuchtet. Die Ausstellung ist während der Konzerte geöffnet und wird erst Ende Mai wieder zu sehen sein.
Fazit: Ein Pflichttermin für Fans Neuer Musik
Mit seiner einzigartigen Verbindung von zeitgenössischer Musik, experimenteller Klangkunst und industrieller Geschichte verspricht die 31. Ausgabe der Wittener Tage für neue Kammermusik ein außergewöhnliches Festivalerlebnis. Wer innovative Klangerlebnisse sucht und neugierig auf neue Formen musikalischer Ausdruckskraft ist, sollte sich dieses Wochenende im LWL-Industriemuseum Zeche Nachtigall nicht entgehen lassen.
Tipp: Frühzeitig Tickets sichern – die Konzerte des Festivals sind regelmäßig ausverkauft und gelten in der internationalen Musikszene als Hotspot für neue Kammermusik.

