Witten-Stockum. Pendler, Schüler und Berufstätige in Stockum müssen sich am Montag, 23. März 2026, auf erhebliche Probleme im öffentlichen Nahverkehr einstellen. Ein erneuter Warnstreik im Zuge der Tarifauseinandersetzungen im kommunalen Nahverkehr legt große Teile des Busverkehrs lahm – mit besonders spürbaren Folgen für Stockum und die umliegenden Städte.
Totalausfall in Stockum: Linien 371 und 373 betroffen
Für Stockum zeichnet sich ein nahezu vollständiger Stillstand im Busverkehr ab. Wie die Verkehrsgesellschaft Ennepe-Ruhr (VER) mitteilt, werden im gesamten Betriebsgebiet von Betriebsbeginn bis Betriebsende keine Busfahrten durchgeführt. Grund ist nicht nur der Streik im Fahrdienst, sondern auch der Ausstand in Leitstellen und Verwaltung – damit fehlt die gesamte operative Steuerung.
Konkret bedeutet das:
- Linien 371, 373 und Einsatzwagen fallen komplett aus
- Alle Fahrten der Subunternehmer sind betroffen, da die zentrale Koordination stillsteht
Für viele Pendler entfällt damit die wichtigste Verbindung in Richtung Bochum, Dortmund und Witten.
Witten: BOGESTRA größtenteils stabil – mit Einschränkungen
Etwas differenzierter stellt sich die Lage im Wittener Stadtgebiet dar. Die BOGESTRA ist nur teilweise vom Streik betroffen, da sich die Arbeitsniederlegungen vor allem auf Gelsenkirchen und Teile Bochums konzentrieren.
Nicht betroffen sind laut aktuellen Angaben unter anderem:
- 320
- 374, 375, 376
- 378, 379
Allerdings hebt das Unternehmen wichtige Serviceversprechen für diesen Tag vollständig auf:
- Keine Mobilitätsgarantie
- Keine Pünktlichkeitsgarantie
Das bedeutet: Auch fahrende Linien können unregelmäßig verkehren.
Einzelne Linien fahren – aber eingeschränkt
Einige Verbindungen bleiben trotz Streik bestehen:
- Linie 592 (Witten – Wengern – Wetter) fährt regulär, da sie von DB Regio Bus betrieben wird
- Beim SB38 entfallen die VER-Fahrten, während Fahrten anderer Betreiber meist stattfinden
Ein genauer Blick in die Fahrpläne bleibt unerlässlich. Die im Fahrplan mit 57 gekennzeichnete Fahrten werden von der Verkehrsgesellschaft Ennepe-Ruhr GmbH (VER) durchgeführt und entfallen.
Ruhrgebiet weitgehend lahmgelegt
Wer am Montag über Stadtgrenzen hinaus unterwegs ist, muss mit massiven Einschränkungen rechnen:
Bochum
- Zahlreiche Straßenbahnlinien betroffen
- Viele Buslinien stark eingeschränkt oder komplett gestrichen
Gelsenkirchen
Dortmund
- Komplettausfall bei Stadtbahnen und fast allen Buslinien
- Ausnahmen:
- AirportExpress
- H-Bahn an der Universität
- Die vom Betriebshof in Castrop-Rauxel betriebenen DSW21-Buslinien sind von den Streikmaßnahmen nicht betroffen und fahren regulär.
Hagen
- Notfahrplan mit stark reduziertem Angebot auf Hauptachsen
Digitale Fahrpläne oft unzuverlässig
Ein zentrales Problem: Viele Auskunftssysteme reagieren verzögert auf kurzfristige Streiks.
Betroffen sind unter anderem:
- VRR-Auskunft
- Mobilitäts-Apps wie „Mutti“
Empfehlung:
- Verbindungen direkt auf den Websites der Verkehrsunternehmen prüfen
- Deutlich mehr Zeit einplanen
- Alternativen wie Fahrrad, Fahrgemeinschaften oder Homeoffice erwägen
Hintergrund: Tarifkonflikt spitzt sich zu
Der Warnstreik ist Teil eines landesweiten Arbeitskampfes im Nahverkehr Nordrhein-Westfalens. Rund 30.000 Beschäftigte aus etwa 30 Verkehrsunternehmen sind betroffen.
Die Gewerkschaft ver.di erhöht damit kurz vor der dritten Verhandlungsrunde am 24. März 2026 in Bochum den Druck auf die Arbeitgeber.
Zentrale Forderungen:
- Reduzierung der Wochenarbeitszeit auf 37 Stunden bei vollem Lohnausgleich
- Mindestens 11 Stunden Ruhezeit zwischen Schichten
- 40 Prozent Zuschlag für Sonntagsarbeit
- Mehr Freistellung für Gewerkschaftsarbeit
- Einbeziehung von Minijobbern in den Tarifvertrag
Verhandlungsführer Heinz Rech betont, dass die Beschäftigten ein klares Signal senden wollen: Ohne bessere Arbeitsbedingungen drohe dem Nahverkehr langfristig ein weiterer Personalmangel und damit eine Verschlechterung des Angebots.
Montag wird zur Belastungsprobe
Der 23. März wird für viele Menschen in Stockum und der Region zur logistischen Herausforderung. Während in Witten noch ein eingeschränktes Angebot besteht, kommt der Busverkehr in Stockum faktisch zum Erliegen.



