Ratswahl: 7 Fragen an Tanja Knopp (SPD)

Tanja Knopp kandidiert für den Rat der Stadt Witten im Wahlbezirk 31 Witten-Stockum West / Düren / Wullener Feld.

Fragen zur Person

1. Stellen Sie sich kurz vor.

Ich bin Tanja Knopp, 52 Jahre alt, lebe mit meinem Partner und meinem erwachsenen Sohn in unserem schönen Stockum. Aufgewachsen in Bochum-Somborn – direkt an der Grenze zu Stockum – hatte ich schon früh eine enge Verbindung zu Witten. Seit den frühen 1990er Jahren engagiere ich mich ehrenamtlich in Witten, hier insbesondere im Deutschen Roten Kreuz, wodurch ich das gesamte Stadtgefüge bestens kenne.

Beruflich leite ich die Gertrudisschule im Herzen von Bochum-Wattenscheid, ein Familiengrundschulzentrum mit Offenem Ganztag, das weit über den Unterricht hinausgeht. Dort verbinden wir Bildung, Familienarbeit, Jugendhilfe und Jugendarbeit miteinander – immer mit Blick auf die gesamte Lebenssituation von unseren Kindern und Familien.

Darüber hinaus bin ich Schulformsprecherin der Bochumer Grundschulen, Beraterin im Ganztag für die Bezirksregierung Arnsberg und sachkundige Einwohnerin im Ausschuss für Schule und Bildung der Stadt Bochum. Diese Aufgaben zeigen: Ich gestalte auf mehreren Ebenen und in verschiedenen Bereichen aktiv mit, kenne Verwaltungsstrukturen ebenso wie die praktische Arbeit vor Ort und bringe dadurch wertvolle Erfahrung nicht nur aus dem Bildungsbereich, sondern auch aus dem Sozial- und Jugendbereich in die politische Arbeit ein.

Seit über 30 Jahren engagiere ich mich zusätzlich im Deutschen Roten Kreuz – über zwei Jahrzehnte als Kreisrotkreuzleiterin in Witten, heute als Landesrotkreuzleiterin in Westfalen-Lippe und stellvertretende Bundesbereitschaftsleiterin. In diesen Rollen habe ich große Verantwortung im Bevölkerungsschutz und Krisenmanagement, in der sozialen Arbeit, in der Kinder- und Jugendarbeit sowie in der Flüchtlingshilfe übernommen. Dabei habe ich viele innovative Projekte federführend von der Idee bis zur erfolgreichen Umsetzung und Verstetigung entwickelt – stets mit viel Kreativität, Ausdauer und Teamgeist.

Als stellvertretende Vorsitzende des SPD-Ortsvereins Stockum bin ich politisch vor Ort fest verankert und kann die Anliegen der Menschen direkt aufnehmen. Typisch für mich ist: Wenn ich mich einer Aufgabe widme, dann mit Herzblut, Entschlossenheit und dem Willen, Dinge wirklich umzusetzen. Dabei ist es mir wichtig, Bedarfe zu erkennen und Lösungen zu finden – miteinander und füreinander. In meinem bisherigen Leben – ob in Schule oder Ehrenamt – ist es mir immer wieder gelungen, Ideen in tragfähige Konzepte zu verwandeln, Ressourcen zu mobilisieren, Projekte erfolgreich an den Start zu bringen und nachhaltig zu verankern.

So verstehe ich auch mein politisches Engagement: Wir können den Wind nicht ändern, aber die Segel richtig setzen. Mit dieser Haltung möchte ich meine Erfahrungen nun in den Rat der Stadt Witten einbringen – für ein lebendiges, gerechtes und zukunftsfähiges Stockum – für Jung und Alt.

2. Sie kandidieren in Stockum. Wie ist Ihre Beziehung zu dem Stadtteil?

Seit vielen Jahren verbindet mich vieles mit Stockum – heute ist es mein Lebensmittelpunkt. Hier lebe ich mit meiner Familie, hier engagiere ich mich, hier höre ich zu und hier möchte ich gestalten. Durch mein jahrzehntelanges Ehrenamt in Witten, insbesondere im DRK, kenne ich Stockum und die Menschen vor Ort sehr genau. Als stellvertretende Vorsitzende des SPD-Ortsvereins Stockum bin ich außerdem politisch fest verankert und im direkten Austausch mit den Bürgerinnen und Bürgern.

In der letzten Zeit war ich viel von Haus zu Haus unterwegs und habe mit zahlreichen Stockumerinnen und Stockumern gesprochen. Gemeinsam mit unserem SPD Ortsverein Stockum haben wir einen ersten Stadtteilrundgang mit anschließendem Gespräch organisiert. Dabei ist deutlich geworden, was die Menschen bewegt und wo es im Stadtteil hakt. Dieser Dialog geht weiter. Anliegen finden bei mir nicht nur Gehör, sondern auch jemanden, der mit starker Stimme dafür eintreten will, dass sie umgesetzt werden.

Meine Haltung ist klar: Politik beginnt im Quartier. Ich möchte nicht nur dokumentieren, was nicht funktioniert, sondern konkrete Lösungen möglich machen – durch Anträge, Ortstermine, das Einwerben von Fördermitteln und vor allem durch den Dialog mit den Bürgerinnen und Bürger.

Besonders inspiriert mich der Zusammenhalt im Stadtteil – das Gemeinschaftsgefühl. Den erlebe ich immer wieder bei Festen, in den Vereinen und im persönlichen Gespräch. Die Menschen hier haben eine starke Verbundenheit zu Stockum und zueinander. Oft höre ich: „Lass uns doch gemeinsam etwas bewegen.“ Darin liegt für mich eine tragfähige Grundlage, die wir in Zukunft noch stärker nutzen können. Stockum ist historisch gewachsen und zugleich modern – ein Stadtteil mit langer Geschichte, starkem Miteinander und viel Zukunft. Mit Respekt vor dem Bestehenden und Mut zur Erneuerung möchte ich gemeinsam mit den Menschen dafür sorgen, dass Stockum lebendig, gerecht und für alle Generationen lebenswert bleibt.

3. Was ist ihr Lieblingsort und warum?

Mein Lieblingsort in Stockum ist der Bereich rund um die evangelische Kirche an der Hörder Straße. Wie für viele Stockumerinnen und Stockumer ist das nämlich auch für mich ein identitätsstiftender Anker – ein Ort mit Geschichte, Begegnung und

Gemeinschaft. Nach den notwendigen Sicherungsarbeiten kann die Gemeinde dort wieder Gottesdienste feiern, und genau das zeigt, wie wichtig es ist, Bewährtes zu bewahren und zugleich so zu erhalten, dass es auch in Zukunft trägt.

Dieser Platz steht für mich symbolisch für das, was mir in der Politik wichtig ist: Respekt vor dem Bestehenden und der Mut, es zukunftsfest zu machen. Gerade hier wird für mich deutlich, wie sehr sich in Stockum das Dörfliche mit seiner Geschichte und die Nähe zur Natur verbinden. Ich liebe es, dass Stockum bis heute so viel Natur hat – die Felder, die Wälder, das satte Grün und die leuchtende Rapsblüte im Frühjahr sind Teil unserer Identität. Für mich gehört beides untrennbar zusammen: die historischen Orte, die uns Identität und Gemeinschaft geben, und die Natur, die Stockum besonders lebens- und liebenswert macht und uns immer wieder Kraft schenkt.

4. Was macht Stockum für Sie aus und was möchten Sie erhalten?

Stockum ist ein Stadtteil, in dem man sich zuhause fühlt. Das Dörfliche, die Nähe zur Natur mit Feldern, Wäldern und der Rapsblüte im Frühjahr sowie das starke Gemeinschaftsgefühl machen unseren Stadtteil zu einem ganz besonderen Ort. Viele Menschen sagen mir, dass sie genau deshalb gerne hier leben – und dass sie sich wünschen, hier auch alt werden zu können. Gleichzeitig ist Stockum attraktiv für junge Familien, die hier Wurzeln schlagen möchten. Damit das gelingt, müssen wir den Stadtteil generationengerecht und familienfreundlich weiterentwickeln.

Stockum lebt vom Miteinander der Generationen: Jung und Alt gehören hier zusammen. Doch damit sich alle wohlfühlen können, braucht es die passende Infrastruktur. Für Kinder bedeutet das sichere Spiel- und Schulwege, gute Betreuung und wohnortnahe Bildungsangebote. Junge Familien brauchen bezahlbaren Wohnraum, ältere Menschen natürlich auch bezahlbaren, aber auch barrierefreien Wohnraum und eine verlässliche medizinisch-pflegerische Versorgung. Alle brauchen eine in jeglicher Hinsicht adäquate Infrastruktur. Nur wenn wir all‘ diese Bedarfe ernst nehmen und gezielt anpacken, können wir das erhalten, was Stockum ausmacht: ein lebenswerter Stadtteil für alle Generationen.

Erhalten heißt für mich also nicht, die Augen vor Problemen zu verschließen, sondern sie zu erkennen und Lösungen zu finden. So können wir die Stärken Stockums – das Grün, das Dörfliche, den Zusammenhalt und die Lebensqualität – sichern und dafür sorgen, dass unser Stadtteil auch in Zukunft lebendig, gerecht und für alle Generationen lebenswert bleibt.

Ziele

5. Wofür möchten Sie sich hauptsächlich im Rat einsetzen?

Mit meinen Kompetenzen und Erfahrungen aus Beruf und Ehrenamt sowie meiner kreativen, lösungsorientierten und verbindenden Art kann ich die Ratsarbeit entschieden bereichern. Dabei will ich Stockum mit starker Stimme vertreten – im Bewusstsein, dass unsere Stadtteile und die Gesamtstadt untrennbar zusammengehören und wir nur gemeinsam die ganze Stadt voranbringen können.

Besonders einsetzen möchte ich mich für:

  • Starke Stadtteile und eine lebendige Innenstadt entwickeln und als Einheit denken:
    Stadtteile müssen aus sich heraus entwickelt werden und brauchen dafür eine generationengerechte Grundversorgung – von Ärzten und Einkaufsmöglichkeiten über inklusive Schulen, Kitas und Treffpunkte bis hin zu barrierefreiem Wohnraum. Die Innenstadt wiederum muss ein lebendiges Zentrum bleiben, das Kultur, Gastronomie und Handel bündelt und Menschen zusammenführt. Beides gehört zusammen – Stadtteile und Innenstadt müssen miteinander vernetzt sein und sich sinnvoll ergänzen.
    Als Schulleiterin eines Familiengrundschulzentrums mit starker Verankerung und Vernetzung im Stadtteil erlebe ich täglich, wie entscheidend eine  sozialraumorientierte Politik ist, die im Quartier ansetzt. Ich weiß, wie wirksam dieses Denken ist – gerade dann, wenn es in ein Gesamtkonzept für die ganze Stadt eingebunden wird.
  • Infrastruktur und Mobilität fördern:
    Wir brauchen sichere Wege, ergänzt durch einen leistungsfähigen bezahlbaren ÖPNV, gute Radverbindungen und instandgesetzte, gepflegte Straßen, sowie E-Mobilität.
  • Bildung, Familie und Jugend im Blick haben:
    Gut ausgestattete inklusiv gestaltete Schulen mit verlässlicher bedarfsorientierter Ganztagsbetreuung und ausreichend Kitas, frühestmögliche Förderung für alle Kinder, sichere Schulwege und Treffpunkte für Kinder und Jugendliche schaffen Bildungsgerechtigkeit und Chancengleichheit und sind die Basis unser aller Zukunft.
  • Klima schützen und Natur erhalten:
    Nachhaltigkeit und ein verantwortungsvoller Umgang mit unseren Flächen sind Grundlagen jeder Politik. Für Stockum bedeutet das vor allem, den Vöckenberg als Grüngürtel zu bewahren. Er ist Teil einer wichtigen Frischluftschneise und von zentraler Bedeutung für das Stadtklima in ganz Witten. Neue Versiegelungen dort lehne ich klar ab – stattdessen sollten bereits erschlossene Industrie- und Gewerbeflächen für weitere Entwicklung genutzt werden.
  • Soziale Teilhabe ermöglichen und Daseinsvorsorge sichern:
    Verlässliche Gesundheits- und Pflegeangebote, bezahlbarer und barrierefreier Wohnraum, sowie die Förderung von Kultur, Sport und Ehrenamt in einem inklusiv gestalteten Witten sind mir sehr wichtig.
    Für all diese Bereiche gilt aber: Gute Ideen allein reichen nicht – entscheidend ist, die nötigen Fördermittel von außen zu erschließen. Ob Landes-, Bundes- oder EU-Förderung: Wir müssen die vorhandenen Chancen vollständig nutzen. Aus meiner Arbeit als Schulleiterin und aus meinem Engagement im Roten Kreuz weiß ich nicht nur, wie wichtig diese Fördergelder sind, sondern habe auch immer wieder erlebt und selbst mitgestaltet, wie Projekte durch sie erfolgreich auf den Weg gebracht werden konnten. Diese Erfahrung möchte ich in die Ratsarbeit einfließen lassen.

6. Welche Probleme/Herausforderungen hat Stockum, für die Sie sich einsetzen möchten?

Stockum ist mein Lebensmittelpunkt – ich kenne die Menschen, ihre Wünsche und Sorgen aus vielen Gesprächen im Stadtteil. Folgende Herausforderungen liegen mir besonders am Herzen:

  • Gesundheitliche Versorgung sichern:
    Für die Menschen in Stockum muss die medizinische und pflegerische Grundversorgung verlässlich gewährleistet sein. Besonders drängend ist aktuell die hausärztliche Versorgung: Mit der Schließung der letzten Praxis steht Stockum ohne eigenen Hausarzt da. Viele Menschen machen sich deshalb große Sorgen um ihre Zukunft im Stadtteil. Wir als SPD Stockum setzen uns massiv dafür ein, dass die hausärztliche Versorgung gesichert und für die Bürgerinnen und Bürger vor Ort erreichbar bleibt.
  • Mobilität weiterdenken:
    Der ÖPNV in Stockum muss verbessert werden, damit die Anbindung verlässlich und flexibel ist. Dazu gehört auch, über neue Lösungen wie einen Bürgerbus nachzudenken, der gezielt Lücken im Angebot schließen kann. Radwege müssen verbessert und Straßen instandgesetzt werden.
  • Generationengerechten Wohnraum schaffen:
    Junge Familien müssen bezahlbaren Wohnraum finden können. Ebenso wichtig ist barrierefreier und bezahlbarer Wohnraum für ältere Menschen – viele wohnen noch in eigenen Häusern und brauchen passende Lösungen, um im Stadtteil bleiben zu können.
  • Kinder und Jugendliche im Blick behalten:
    Unsere Spielplätze müssen sicher, gepflegt und gut ausgestattet bleiben, aber auch inklusiv gestaltet werden, Treffpunkte für Jugendliche müssen erhalten und weiterentwickelt werden. Besonders wichtig ist auch die Umsetzung des Rechtsanspruchs auf Ganztagsbetreuung an unserer Grundschule. Dabei muss vor allem gewährleistet sein, dass eine gute und gesunde Verpflegung gesichert ist – denn genau hier liegt in vielen Schulen der Knackpunkt. Das weiß ich aus meiner eigenen Erfahrung als Beraterin im Ganztag sehr genau.
  • Natur, Identität und Miteinander bewahren:
    Ganz besonders am Herzen liegt mir der Vöckenberg. Er ist weit mehr als eine Grünfläche – er ist ein grünes Band, das uns trägt. Felder und Wälder auf dem  Vöckenberg bieten Erholung, prägen unser Stadtbild und liefern Frischluft für das Stadtklima. Eine Bebauung würde nicht nur Umweltbelastungen bringen, sondern auch unsere Identität beschädigen. Ebenso prägen Kultur, Vereine und das Ehrenamt das Zusammenleben in Stockum. Dieses Engagement verdient Unterstützung, weil es den Zusammenhalt stärkt und den Stadtteil lebendig hält.

Ich trete voller Überzeugung dafür ein, dass Stockum ein Stadtteil bleibt, in dem alle Generationen gerne leben, sich verbunden fühlen und gemeinsam Zukunft gestalten.

7. Durch die geringere Bevölkerungszahl ist Stockum im Rat weniger stark vertreten als Mitte oder Herbede. Wie möchten Sie Mehrheiten im Rat herstellen, um die Interessen der Stockumer und Stockumerinnen im Rat zu vertreten?

Zunächst ist es für mich wichtig, die Anliegen Stockums zusammen mit Frank Kleiner, der den anderen Teil Stockums vertritt, gut in unserer eigenen Fraktion zu verankern. Von hier aus gilt es dann, über Fraktionsgrenzen hinweg Gemeinsamkeiten zu suchen, verbindende Lösungen zu entwickeln und tragfähige Allianzen zu schmieden. Dabei setze ich auf eine klare Haltung: mit guten Ideen begeistern, mit Kompetenz überzeugen und im Dialog Vertrauen schaffen.

In meinen bisherigen Rollen – als Schulleiterin, in meinem Ehrenamt im Roten Kreuz und in vielen weiteren Verantwortungen – ist es mir immer wieder gelungen, Menschen für eine Sache zu gewinnen, Begeisterung zu entfachen und diese auch langfristig am Brennen zu halten. Ich bringe breite Kompetenz in unterschiedlichen Bereichen mit und kombiniere diese mit Ausdauer und Entschlossenheit und mit meiner kreativen, lösungsorientierten verbindenden Art. Wenn ich etwas angehe, kämpfe ich dafür, trete konsequent ein und lasse nicht locker, bis eine tragfähige Lösung erreicht ist. So entsteht das, was auch in der Politik entscheidend ist: Nachhaltige Überzeugung statt nur kurzer Begeisterung.

Das, was wir für Stockum erreichen wollen, ist ja kein Sonderweg – es passt zu den Zielen, die wir für ganz Witten brauchen: bessere Infrastruktur, sichere Mobilität, verlässliche Bildung und Betreuung, bezahlbarer und barrierefreier Wohnraum, Förderung von Sport, Kultur und Ehrenamt, eine gute Gesundheits- und Pflegeversorgung und ein starkes Miteinander Füreinander. Mehrheiten entstehen, wenn wir zeigen: Was in Stockum wirkt, stärkt auch die ganze Stadt!

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