Fragen zur Person
1. Stellen Sie sich bitte kurz vor.
Mein Name ist Joachim Ochs. Ich bin am 23.Juni 1964 in Witten geboren und wohne mit meiner Frau Sabine in Stockum. Als Geschäftsführer und Inhaber einer Agentur für strategische Kommunikationsberatung und Public Relations mit Firmensitz in Witten, komme ich mit vielen interessanten Menschen der Medien und zahlreichen Vertretern von Unternehmen und Verbänden in Kontakt.
Bereits in meiner Jugend habe ich mich in Stockum engagiert: Zunächst als ehrenamtlicher Übungsleiter im Jugend- und Erwachsenenturnen und als Mitglied des Jugendvorstands des TUS Stockum. Als junger Erwachsener habe ich erkannt, wie wichtig es ist, sich in unser demokratisches Gemeinwesen einzubringen und die Zukunft mitzugestalten. Deshalb bin ich vor über 40 Jahren in die CDU eingetreten, seitdem ununterbrochen im CDU-Ortsverband Stockum und viele Jahre auch im Stadtverbands- und Kreisvorstand aktiv. Im Frühjahr haben mich die Stockumer CDU-Mitglieder zu ihrem Vorsitzenden gewählt.
Im Jahr 1989 wurde ich als damals jüngstes Mitglied in den Rat der Stadt gewählt, dem ich bis 1999 angehört habe – unter anderem als Vorsitzender des Rechnungsprüfungsausschusses. Von 1999 bis 2020 haben mich die Stockumer zum Kreistagsmitglied gewählt. Seit 2020 bin ich auf Wunsch der Fraktion Sachkundiger Bürger im Bauausschuss des Kreistags.
Politik ist für mich eine Mischung aus Respekt, Augenmaß und ehrenamtlichem Engagement und die endet nicht an Parteigrenzen. Mit dieser Überzeugung engagiere ich mich nun seit über 40 Jahren in Stockum und für Stockum in Witten und im Ennepe-Ruhr-Kreis.
2. Sie kandidieren im Kreiswahlbezirk 14, der Stockum, den Sonnenschein und Teile Annens umfasst. In welcher Beziehung stehen Sie zu ihrem Wahlbezirk?
Damit alle Bürgerinnen und Bürger im Rat und im Kreistag gleichermaßen gut vertreten sind, werden die Wahlbezirke hin und wieder an die Bevölkerungsentwicklung angepasst. Dadurch wird sichergestellt, dass alle Gewählten von einer annähernd gleichgroßen Anzahl an Wählerinnen und Wählern gewählt werden konnte. Daher entsprechen vor allem die Kreistags-Wahlbezirke leider nicht immer den Grenzen der Stadtteile und Vororte. – Ich bin in Stockum geboren und aufgewachsen, mein erster Turnverein war in Annen und als Student habe ich bei ARDEX gearbeitet, etliche Schulfreunde auf dem Martmöller-Gymnasium wohnten auf dem Sonnenschein: Für mich ist Witten meine Heimat und für die setze ich mich ein, egal wo die Wahlbezirke enden.
3. Was ist Ihr Lieblingsort im Kreiswahlbezirk 14 und warum?
Es fällt mir schwer, einen einzelnen Platz in meiner Heimat als Lieblingsort zu bezeichnen. Wegen meiner Kindheit und Jugend auf dem höchsten Punkt des Katteloh ist es vielleicht am ehesten die Aussicht von meinem Elternhaus: Nach Süden blickt man auf unser schönes Dorf und auf den anderen Seiten lockt der Fernblick nach Bochum, Castrop-Rauxel und Dortmund.
Ziele
4. Was macht dem Kreiswahlbezirk 14 für Sie aus und was möchten Sie hier erhalten?
Ich war in den vergangenen Wochen viel im Wahlkampf unterwegs und habe mit vielen Bürgerinnen und Bürgern gesprochen. Nach meinem Eindruck geht es den allermeisten ähnlich wie mir: Ob Stockum, Düren, Dorney, Annen, Bebelsdorf oder Sonnenschein: Wir können uns glücklich schätzen hier zu leben und zu arbeiten. Gerade in und um Stockum hat sich trotz einiger Neubaugebiete viel unseres dörflichen Charmes erhalten.- Man kennt sich und redet miteinander.
5. Wofür möchten Sie sich hauptsächlich im Kreistag einsetzen?
Ich möchte, dass die Kreisverwaltung deutlich moderner, digitaler, effizienter und bürgernäher wird. Die Verwaltung ist für die Menschen da und nicht umgekehrt. Außerdem muss der Kreis seinen Beitrag dazu leisten, dass die Menschen in unseren Städten sicher und ohne Angst vor Kriminalität und äußeren Bedrohungen leben können. Besonders wichtig ist mir die Stärkung unserer heimischen Wirtschaft: Gerade unsere mittelständischen Unternehmen müssen von unnötiger Bürokratie entlastet werden. Sie sind der Garant für gute und sichere Arbeitsplätze und die Basis für eine solide Finanzausstattung unserer Kommunen.
6. Welche Probleme/Herausforderungen hat der Kreiswahlbezirk 14, für die Sie sich einsetzen möchten?
Eine der zentralen Herausforderungen ist ein ausgewogenes Neben- und Miteinander von Wohnen, Arbeiten, Freizeit und Erholung. Gerade Witten braucht dringend Platz für Gewerbe und Wohnen. Idealerweise sollten dazu bestehende Gewerbeflächen und Wohngebäude saniert oder verdichtet werden, um unsere lebens- und erhaltenswerte Umwelt so wenig wie möglich zu beeinträchtigen: Warum sollen z.B. auf einem Lebensmittelmarkt keine Wohnungen gebaut werden? Unter dem Aspekt des Klimaschutzes ließe sich damit auch die hohe Zahl der Wittener verringern, die auf dem Weg zur Arbeit täglich die Stadtgrenzen verlassen müssen. Diese Wegezeiten gehen zulasten der Freizeit im Kreise von Familie und Freunden. – Ich spreche aus Erfahrung, weil ich aus beruflichen Gründen jahrelang nach Köln, Düsseldorf und Mülheim gependelt bin.
Fragen zu aktuellen Problemen
7. Das Kreishaus in Schwelm ist Asbestbelastet und soll für 150 Millionen Euro saniert oder neu errichtet werden. Welche Meinung haben Sie dazu?
Das Kreishaus hätte schon vor Jahren aufgrund bestehender Brandschutzmängel dringend saniert oder geschlossen werden müssen, so hat es die Stadt Schwelm als Baubehörde verlangt. Für die Bürgerinnen und Bürger ist der gegenwärtige Zustand also nicht nur aufgrund des in den 60er Jahre verbauten Asbests nicht länger akzeptabel. Wer durch das Kreishaus geht, sieht zum Beispiel Klebestreifen zur provisorischen Versiegelung von Fußbodenfugen, Schilder, die vor einem Berühren der Wände warnen, nachträgliche Elektroinstallationen, die mitten durch Toilettenanlagen verlaufen und Spuren von Wassereinbrüchen. Ein solches Arbeitsumfeld ist übrigens sind auch den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern nicht länger zumutbar. Das ist erst recht keine gute Voraussetzung im Wettbewerb um gute Mitarbeiter.
Inzwischen hat die allgemeine Baukostensteigerung dazu geführt, dass die Pläne für eine Komplettsanierung gestoppt und die Diskussion über alternative Vorgehensweisen neu eröffnet wurden. Sollten mich die Bürgerinnen und Bürger in den Kreistag wählen, werde ich genauestens darauf achten, dass bei der Kreishaussanierung sparsam mit dem Geld der Steuerzahler umgegangen wird. Fakt ist aber: So wie das Wittener Rathaus saniert werden musste, führt auch an einer Sanierung des Kreishauses kein Weg vorbei. Es geht daher nicht um das Ob, sondern um das Wie!
8. Für 113,5 Millionen Euro entsteht gerade am Strückerberg in Ennepetal das neue Gefahrenabwehrzentrum – direkt neben der neuen Polizeistation für 35 Mio. Euro. Die kreisangehörigen Kommunen sind in Haushaltssicherung, der Kreis investiert in Baudenkmäler. Für welches Baudenkmal werden Sie stimmen, wenn sie in den Kreistag einziehen?
Einen Zusammenhang zwischen den investiven Ausgaben des Kreises in das Gefahrenabwehrzentrum und der Haushaltsicherung von kreisangehörigen Städten kann ich nicht erkennen. Angesichts der durch den russischen Angriff auf die Ukraine ausgelösten Kostenexplosion am Bau haben wir beim Gefahrenabwehrzentrum die ursprünglichen Standards sogar mehrfach gesenkt, um die Kostensteigerungen abzufedern.
Unabhängig von den Kosten können durch den Neubau erstmals alle Funktionen der Gefahrenabwehr an einem Ort zusammengeführt werden. Wie sich durch die Corona-Krise und während der klimabedingten Überschwemmungen in Teilen des Kreisgebiets gezeigt hat, lässt diese Lösung einen erheblichen Sicherheitsgewinn für die Bürgerinnen und Bürger erwarten. Die unmittelbare Nachbarschaft zur Polizei ist ein zusätzliches Plus, weil sich damit die Kreisverwaltung und die Polizei einfacher und besser aufeinander abstimmen können.
9. Kein anderer Kreiswahlbezirk ist vom Kreishaus weiter entfernt als dieser. Was bringt den Menschen hier im Norden Wittens die Zugehörigkeit zum EN-Kreis?
Die Entfernung eines Wahlbezirks vom Kreishaus steht aus meiner Sicht in keinem Zusammenhang zum Nutzen der Kreiszugehörigkeit der darin lebenden Bürgerinnen und Bürger. Der Kreis erbringt im sozialen Bereich und auf vielen weiteren Gebieten der öffentlichen Daseinsvorsorge direkte Leistungen für die Menschen bzw. für die kreisangehörigen Städte.
10. Wittener Politiker haben für Stockumer Fahrgäste der Buslinie 371 Anfang Januar ein Treffen mit der Verantwortlichen der Verkehrsgesellschaft Ennepe-Ruhr vereinbart. Von der VER erschien niemand zu dem Treffen. Im Verkehrsausschuss haben Wittener Bürger Fragen an den VER-Geschäftsführer am 24. März übergeben. Die VER hat diese fünf Monate nicht beantwortet. Wozu brauchen Bürger Politiker, wenn diese keine Aufsicht über die Eigenbetriebe des Ennepe-Ruhr-Kreises ausüben?
Der VER erbringt Verkehrsleistungen in Witten und im Kreisgebiet. Deshalb können die von den Bürgerinnen und Bürgern gewählten Ratsmitglieder und Kreistagsabgeordneten jederzeit Anfragen über die Verwaltung an die VER richten. Im Rahmen der Verkehrsentwicklungs- und der Nahverkehrsplanung entsendet die VER zudem regelmäßig Vertreter in die entsprechenden Ausschüsse. Dort und in den anschließenden Rats- bzw. Kreistagssitzungen wird diskutiert und entschieden. Es besteht daher innerhalb der vorgesehenen demokratischen Vorgehensweisen kein Bedarf an privaten Treffen mit nicht näher spezifizierten Politikern.
Die von Ihnen unterstellte mangelnde Aufsicht der Politiker ist in dieser Form in doppelter Hinsicht unzutreffend: Die VER GmbH ist kein Eigenbetrieb des Ennepe-Ruhr-Kreises, wie es auf der Website des VER öffentlich erkennbar ist. Einige der von der VER bedienten Städte und Kreise gehören zu den Miteigentümern. Die Gesellschafteranteile verteilen sich wie folgt: 64 Prozent Beteiligungsgesellschaft Ennepe-Ruhr-Kreis, 30 Prozent BOGESTRA AG und 6 Prozent Stadt Ennepetal. Die Aufsicht über die VER ist außerdem keine Aufgabe „der Politiker“. Dafür ist ein Aufsichtsrat zuständig, in den gleichwohl auch einige Politiker von den Eigentümern der VER entsandt werden. Für das laufende Geschäft ist die Geschäftsführung der richtige Ansprechpartner. Sollten darüber konkrete Beschwerden vorliegen, können Sie sich gerne an die Stadtrat und im Kreistag vertretenen Fraktionen wenden.
Die Redaktion distanziert sich ausdrücklich von den Aussagen des Politikers und lehnt jede Form der Diskreditierung anderer Kandidatinnen und Kandidaten ab; im Rahmen des Wahlkampfs veröffentlichen wir die Antworten der Bewerberinnen und Bewerber so, wie sie uns schriftlich eingereicht wurden.