Witten-Stockum. Große Projekte beginnen oft unscheinbar – im Fall der Klasse 3c der Harkortschule war es ein Brief. Darin formulierten die Schülerinnen und Schüler einen ebenso einfachen wie wirkungsvollen Wunsch: Sie wollten Bäume pflanzen. Und sie wollten herausfinden, wie sich dieses Vorhaben in ihrer Stadt konkret umsetzen lässt.
Die Anfrage blieb nicht lange unbeantwortet. Schnell fanden sich Unterstützer: Gemeinsam mit dem Kleingartenverein Stockum wurde eine geeignete Fläche ausgemacht – gelegen zwischen der Freiwilligen Feuerwehr und der Kleingartenanlage Heuweg. Ein Ort, der nun nicht nur Raum für Pflanzen, sondern auch für ein nachhaltiges Lernprojekt bietet.
Am Samstag, 21. März, wurde es praktisch. Aus der Idee wurde Handarbeit. Mit Schubkarren, Schaufeln und sichtlicher Begeisterung machten sich die Kinder ans Werk. Unterstützung kam auch vom städtischen Betriebsamt, das drei junge Obstbäume aus einer regionalen Baumschule organisierte. Gepflanzt wurden ein Apfel-, ein Birn- und ein Pflaumenbaum – klassische Obstsorten, die künftig nicht nur Schatten spenden, sondern auch Erträge liefern sollen.
Doch die Pflanzaktion war mehr als ein einmaliges Ereignis. Das Projekt ist langfristig angelegt: Die Schülerinnen und Schüler werden „ihre“ Bäume weiter begleiten. Ein eigener Zugang zur Anlage ermöglicht es ihnen, sich um Pflege, Wachstum und später auch um die Ernte zu kümmern. Damit wird aus einer punktuellen Aktion ein lebendiger Lernprozess, bei dem Verantwortung, Naturverständnis und Gemeinschaftssinn gleichermaßen gefördert werden.
Für die Kinder bedeutet das: Sie erleben unmittelbar, wie aus einer Idee etwas Greifbares entsteht – und wie sich Geduld auszahlt. Vom ersten Austrieb bis zur reifen Frucht wird der kleine Obstgarten zu einem Ort, an dem Lernen nicht im Klassenzimmer endet.
Und vielleicht steht am Ende tatsächlich das, was die Kinder schon jetzt mit einem Lächeln erwarten: eine Schüssel selbst geernteter Früchte – und die Gewissheit, etwas Bleibendes geschaffen zu haben.



