Teuta Cilic kandidiert für den Kreistag des Ennepe-Ruhr-Kreises im Kreistagswahl im Wahlbezirk 14
Fragen zur Person
1. Stellen Sie sich bitte kurz vor.
Teuta Cilic (34), Politische Geschäftsführerin, geboren im Sauerland mit Balkan-Wurzeln und aufgewachsen zwischen Solingen, Kroatien und Russland, kam ich 2012 zum Bachelor-Studium nach Witten. An der Universität Duisburg-Essen erwarb ich meinen Master in Politikmanagement und schließe derzeit meinen zweiten Master in Ethik und Organisation ab. In meiner Abschlussarbeit habe ich untersucht, wie Menschen ohne deutsche Staatsbürgerschaft in der Kommunalpolitik repräsentiert werden.
An der Universität Witten/Herdecke arbeitete ich im Dekanat für Wirtschaftswissenschaften, organisierte Kongresse und war Vorstandsmitglied der Studierendengesellschaft. Seit 2016 engagiere ich mich bei den Grünen Witten, war lange im Ortsvorstand aktiv und bin seit über drei Jahren Geschäftsführerin der Fraktion im Rat. Außerdem bin ich als sachkundige Bürgerin in mehreren Ausschüssen tätig.
Ich schätze Witten als idealen Ort, um Kinder großzuziehen, ebenso wie für die Nähe zur Natur und zu den großen Städten in NRW.
2. Sie kandidieren im Kreiswahlbezirk 14, der Stockum, den Sonnenschein und Teile Annens umfasst. In welcher Beziehung stehen Sie zu ihrem Wahlbezirk?
Ich kandidiere für Stockum, weil mir dieser Stadtteil besonders am Herzen liegt. Stockum vereint lebendiges städtisches Leben mit viel Natur und Erholungsmöglichkeiten und bietet ein Umfeld, in dem Menschen gerne wohnen, arbeiten und ihre Kinder großziehen. Ich kenne die Bedürfnisse der Bewohnerinnen und Bewohner, weiß um die Chancen und Herausforderungen des Stadtteils und möchte dafür sorgen, dass Stockum zukunftsfähig, lebenswert und nachhaltig bleibt. Es ist mir wichtig, dass die Anliegen der Menschen hier im Kreistag gehört werden und dass Politik vor Ort spürbare Verbesserungen bewirkt.
3. Was ist Ihr Lieblingsort im Kreiswahlbezirk 14 und warum?
Mein Lieblingsort im Kreiswahlbezirk 14 ist der Vöckenberg. Von dort aus hat man einen wunderbaren Blick weit über Dortmund, und zugleich ist dieser Bereich landwirtschaftlich sehr wertvoll. Hier arbeiten Betriebe, die sich einer ökologisch orientierten Landwirtschaft verpflichtet fühlen, etwa nach Demeter-Standards. Der Vöckenberg ist nicht nur ein Naherholungsort mit besonderem Charme, sondern auch ein wichtiger Kaltluftentstehungsraum für Annen. Deshalb ist es mir ein großes Anliegen, diese Natur- und Kulturlandschaft zu erhalten und hier kein neues Gewerbegebiet entstehen zu lassen. Wir müssen solche Flächen schützen, weil sie für unser Klima, unsere Landwirtschaft und unsere Lebensqualität unverzichtbar sind.
Ziele
4. Was macht dem Kreiswahlbezirk 14 für Sie aus und was möchten Sie hier erhalten?
Der Kreiswahlbezirk 14 zeichnet sich für mich durch seinen lebendigen Charakter und seine naturnahen Qualitäten aus. Die Hörder Straße mit ihren Geschäften und Begegnungsmöglichkeiten gehört ebenso dazu wie der Dorneywald und die schönen Spazierwege rund um Stockum. Dieser Mix aus städtischem Leben und grüner Umgebung macht den Stadtteil besonders lebenswert. Genau das möchte ich erhalten: einen Ort, an dem man gerne unterwegs ist, sich wohlfühlt und gleichzeitig Erholung in der Natur findet.
5. Wofür möchten Sie sich hauptsächlich im Kreistag einsetzen?
Im Kreistag möchte ich mich vor allem für konsequenten Klimaschutz und eine verlässliche, gut erreichbare Mobilität einsetzen. Beides gehört untrennbar zusammen: Wir brauchen eine umweltfreundliche Infrastruktur, die den Alltag der Menschen erleichtert, statt ihn zu erschweren. Dazu zählen ein attraktiver Nahverkehr mit guten Taktzeiten, sichere Radwege und eine Verkehrsplanung, die den Klimazielen gerecht wird. So können wir den Ennepe-Ruhr-Kreis zukunftsfähig, lebenswert und wirtschaftlich stark gestalten.
6. Welche Probleme/Herausforderungen hat der Kreiswahlbezirk 14, für die Sie sich einsetzen möchten?
Der Kreiswahlbezirk 14 steht vor wichtigen Herausforderungen, für die ich mich einsetzen möchte. Eine verlässliche ärztliche Versorgung muss gewährleistet bleiben, damit alle Menschen in der Region wohnortnah medizinisch betreut werden können. Ebenso gilt es, unsere Landschaft zu schützen und eine weitere Bebauung wie am Vöckenberg zu verhindern.
Der Verkehr in Stockum braucht Verbesserungen. Ein Kreisverkehr an der Kreuzung Hörder Straße und Pferdebachstraße könnte Staus verringern, mehr Grünflächen ermöglichen und breitere Gehwege schaffen. In der Mitte ließe sich ein Wahrzeichen für Stockum errichten, das gemeinsam von den Bürgerinnen und Bürgern ausgewählt werden sollte. Auch Tempo 30 auf der Hörder Straße würde für mehr Sicherheit, weniger Lärm und weniger Durchgangsverkehr sorgen. Viele Menschen wünschen sich zudem durchgehende Radfahrstreifen auf der Pferdebachstraße.
Beim öffentlichen Nahverkehr strebe ich einen durchgehenden 15-Minuten-Takt auf der Buslinie 371, Sonntagsverkehr auf der Linie 373 und den langfristigen Erhalt der Verbindung zur TU Dortmund an.
Darüber hinaus setze ich mich für einen sicheren Radweg nach Dortmund und mindestens eine barrierefreie Bushaltestelle im Stadtteil ein. So machen wir Stockum zukunftsfähig, mobil und lebenswert.
Fragen zu aktuellen Problemen
7. Das Kreishaus in Schwelm ist Asbestbelastet und soll für 150 Millionen Euro saniert oder neu errichtet werden. Welche Meinung haben Sie dazu?
Gut, dass es die Gelegenheit gibt, Vorurteile auszuräumen:
- An den Gefahren besteht kein Zweifel: Neben Asbest belasten auch Lösungsmittel die Beschäftigten. Außerdem gibt es Brandschutzprobleme, die kurzfristig behoben werden müssen.
- Wichtige Stützmauern müssen aufwendig abgesichert werden.
- Mittelfristig benötigt dieser 70er-Jahre-Bau besseren Wärmeschutz. Jeder ungenutzte Winter macht den Betrieb des Kreishauses teurer.
- Die elektrischen Leitungen müssen erneuert und digitale Netze verlegt werden.
- Die Bausubstanz ist gut, deshalb ist eine Sanierung im Bestand günstiger als ein Neubau.
- Grundsätzlich ist es wirtschaftlicher, einmal umfassend zu sanieren, statt über Jahre hinweg eine Baustelle zu betreiben, auf der Verwaltung nicht gut funktionieren kann.
- Eine grundlegende Sanierung ist eine Investition, die im Kreishaushalt besser zu finanzieren ist als hohe Unterhaltskosten durch Einzelmaßnahmen.
- Die Auseinandersetzungen um das Kreishaus zwischen Kreis und Städten waren zuletzt ein Desaster. Ich bin sicher, dass Sebastian Arlt die Kommunikation künftig auf Augenhöhe führen wird.
- Derzeit wird eine Etage probesaniert, um neue Erkenntnisse zu gewinnen. Danach kann fundiert entschieden werden.
8. Für 113,5 Millionen Euro entsteht gerade am Strückerberg in Ennepetal das neue Gefahrenabwehrzentrum – direkt neben der neuen Polizeistation für 35 Mio. Euro. Die kreisangehörigen Kommunen sind in Haushaltssicherung, der Kreis investiert in Baudenkmäler. Für welches Baudenkmal werden Sie stimmen, wenn sie in den Kreistag einziehen?
Das Gefahrenabwehrzentrum ist kein Baudenkmal. Denkmalschutz ist Aufgabe der Denkmalbehörde beim Landschaftsverband und kann nicht politisch beschlossen werden. Unter strengem Denkmalschutz stehen derzeit der gerade sanierte Zugang zum Kreishaus sowie der Kreissaal. Die Verwaltungstrakte hingegen müssen nicht im Originalzustand erhalten bleiben.
9. Kein anderer Kreiswahlbezirk ist vom Kreishaus weiter entfernt als dieser. Was bringt den Menschen hier im Norden Wittens die Zugehörigkeit zum EN-Kreis?
Kein Kreiswahlbezirk liegt weiter vom Kreishaus entfernt als der Norden Wittens und trotzdem profitieren auch hier die Menschen von der Zugehörigkeit zum Ennepe-Ruhr-Kreis. Der Kreis übernimmt viele Aufgaben, die Städte und Gemeinden allein nicht stemmen könnten, und entlastet so ihre Haushalte. Ob Jugendhilfe, Gesundheitsdienste, Umwelt und Verkehrsfragen oder soziale Unterstützung, all das läuft über den Kreis. Wer genauer wissen möchte, welche Leistungen der Kreis erbringt, findet eine Übersicht bequem online unter www.enkreis.de.
10. Wittener Politiker haben für Stockumer Fahrgäste der Buslinie 371 Anfang Januar ein Treffen mit der Verantwortlichen der Verkehrsgesellschaft Ennepe-Ruhr vereinbart. Von der VER erschien niemand zu dem Treffen. Im Verkehrsausschuss haben Wittener Bürger Fragen an den VER-Geschäftsführer am 24. März übergeben. Die VER hat diese fünf Monate nicht beantwortet. Wozu brauchen Bürger Politiker, wenn diese keine Aufsicht über die Eigenbetriebe des Ennepe-Ruhr-Kreises ausüben?
Es ist verständlich, dass sich viele Bürgerinnen und Bürger in Stockum zurecht ärgern, wenn zugesagte Gespräche nicht stattfinden und wichtige Fragen über Monate unbeantwortet bleiben. Politik hat die Aufgabe, solche Anliegen aufzunehmen und dafür zu sorgen, dass öffentliche Unternehmen wie die VER verlässlich arbeiten und transparent kommunizieren.
Wir müssen die Aufsicht über unsere Eigenbetriebe ernst nehmen und den Dialog mit den Verantwortlichen konsequent einfordern. Ich setze mich dafür ein, dass Informationen schneller fließen, Probleme zeitnah gelöst werden und Bürgerinnen und Bürger sehen, dass ihre Anliegen Wirkung zeigen. Das Vertrauen in Verwaltung und Politik entsteht nur durch Offenheit, Verbindlichkeit und Respekt gegenüber den Menschen, die auf einen funktionierenden Nahverkehr angewiesen sind.



