Heimatnachmittag auf dem Bauernhof: Stockumer Landwirtschaft im Wandel

Witten-Stockum. Die Geschichte des Stadtteils lebendig zu halten – das ist seit Jahrzehnten das Anliegen der Heimatfreunde Stockum/Düren. Immer wieder widmen sich ihre Heimatnachmittage den prägenden Themen des Dorfes, nicht selten mit einem besonderen Blick auf die Landwirtschaft, die Stockum über Generationen hinweg geformt hat. Nun steht ein außergewöhnlicher Termin bevor, der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft dieses Wirtschaftszweigs miteinander verbindet.

Am Mittwoch, 18. Februar 2026, verlegen die Heimatfreunde ihren Heimatnachmittag erstmals auf den Hof Große-Oetringhaus am Katteloh 12. Bereits um 14.30 Uhr sind interessierte Stockumerinnen und Stockumer eingeladen, sich vor Ort ein Bild von einem landwirtschaftlichen Betrieb zu machen, der in den vergangenen Jahren einen tiefgreifenden Wandel vollzogen hat.

Hof Große-Oetringhaus  im November 2002. (Foto: Marek Schirmer)
Hof Große-Oetringhaus im November 2002. (Foto: Marek Schirmer)

Der Anlass ist bewusst gewählt. Schon im Oktober 2025 hatten die Heimatfreunde die Geschichte der Landwirtschaft in Stockum nach dem Zweiten Weltkrieg diskutiert. Doch viele der angesprochenen Fragen führten schnell in die Gegenwart – und blieben dort unbeantwortet. Themen wie der wirtschaftliche Druck auf landwirtschaftliche Betriebe, der Einsatz moderner Technologien oder die wachsende Bürokratie wurden nur angerissen. Zurück blieb bei vielen Teilnehmenden ein Gefühl der Unzufriedenheit.

Genau hier setzt der kommende Heimatnachmittag an. Wilhelm Große-Oetringhaus, Betreiber des gleichnamigen Hofes, hat die Initiative ergriffen und die Heimatfreunde eingeladen, Landwirtschaft nicht nur theoretisch, sondern ganz praktisch zu erleben. Im Mittelpunkt steht sein heutiger Betrieb: eine Pensionspferdehaltung, die aus einem ehemals klassischen land- und viehwirtschaftlichen Hof hervorgegangen ist.

Hof Große-Oetringhaus im November 2016. (Foto: Marek Schirmer)
Hof Große-Oetringhaus im November 2016. (Foto: Marek Schirmer)

Warum entscheidet sich ein Betrieb mit jahrhundertelanger landwirtschaftlicher Tradition für einen solchen Schritt? Diese Frage dürfte einen Kern der Diskussion bilden. Denn die Bedeutung der Landwirtschaft für Deutschland ist unbestritten: Sie ist nicht nur ein zentraler Wirtschaftsfaktor, sondern sichert Arbeitsplätze, pflegt Kulturlandschaften und prägt Identität und Heimat. Umso spannender ist der Blick auf die Gründe, die dennoch zu einer grundlegenden Neuausrichtung führen können.

Bei der Hofbesichtigung sollen die aktuellen Herausforderungen offen angesprochen werden. Dazu zählen die Auswirkungen des Klimawandels mit Hitzeperioden, Trockenheit und Starkregen ebenso wie der Strukturwandel, der kleinere Höfe unter Druck setzt und große, hochmechanisierte Betriebe begünstigt. Auch Fragen der ökologischen Belastung durch Düngemittel und Pflanzenschutz sowie die Kosten und Auflagen politischer Entscheidungen stehen auf der Agenda.

Ernte am Hof Große-Oetringhaus. (Foto: Marek Schirmer)
Ernte am Hof Große-Oetringhaus. (Foto: Marek Schirmer)

Ein weiterer Aspekt dürfte besonders emotional diskutiert werden: Welchen Stellenwert genießt die Arbeit von Landwirtinnen und Landwirten heute noch in der Gesellschaft? Und welche Wertschätzung erfahren sie für eine Tätigkeit, die weit über die reine Lebensmittelproduktion hinausgeht?

Die Veranstaltung findet überwiegend im Freien statt und dauert inklusive Führung und Diskussion etwa zwei bis zweieinhalb Stunden. In einer Pause werden Kaffee und Kuchen angeboten – Gelegenheit zum Aufwärmen und zum informellen Austausch. Um besser planen zu können, bitten die Heimatfreunde um Anmeldung bis spätestens 15. Februar 2026.

Schafe am Hof Große-Oetringhaus. (Foto: Marek Schirmer)
Schafe am Hof Große-Oetringhaus. (Foto: Marek Schirmer)

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