Christian Walker – Grüner Bürgermeister-Kandidat zieht Bilanz

Der Bürgermeisterwahlkampf in Witten ist entschieden: Christian Walker, Kandidat von Bündnis 90/Die Grünen, hat den Einzug in die Stichwahl verpasst. Im Gespräch mit Antenne Witten zeigte er sich enttäuscht, blickte jedoch zugleich kämpferisch auf die kommenden fünf Jahre im Stadtrat.

Verpasstes Ziel – aber keine Resignation

„Das erklärte Ziel war die Stichwahl und das ist absolut nicht erreicht worden“, räumte Walker offen ein. Sein Angebot an die Wittenerinnen und Wittener sei ausgeschlagen worden. Dennoch betont der 36-Jährige, dass er mit dem Ergebnis leben könne. Besonders wichtig sei ihm der voraussichtliche Einzug der Grünen mit einer stabilen Fraktion in den Stadtrat: „Wir werden auch in den kommenden fünf Jahren grüne Politik vorantreiben.“

Starker Wahlkampf – schwacher Bundestrend

Die Grünen holten in Witten rund 14 Prozent der Stimmen. Ein Direktmandat konnte die Partei nicht gewinnen, während die SPD viele Wahlkreise für sich entschied. Dadurch werde der Stadtrat größer ausfallen als die vorgesehenen 50 Sitze.

Auf die Frage, was man im Wahlkampf hätte anders machen können, verwies Walker auf die bundespolitische Großwetterlage: „Wir haben wirklich alles gegeben, an über 5.000 Haustüren geklingelt und acht Wochen lang alles auf die Straße gebracht, um Leute zu überzeugen. Aber den Bundestrend konnten wir nicht ausgleichen.“ Für ihn sei klar, dass die kommunalpolitische Arbeit der Grünen in Witten nicht die Ursache für das enttäuschende Ergebnis sei.

Keine Schnellschüsse, sondern nachhaltige Politik

Auf konkrete Vorhaben im neuen Rat angesprochen, bleibt Walker zurückhaltend. Einen „100-Tage-Plan“ lehnt er grundsätzlich ab: „Wir wollen nachhaltige Veränderung, und dafür muss man sich Zeit nehmen.“ Stattdessen verweist er auf das Wahlprogramm der Grünen, in dem zentrale Ziele festgehalten sind. Klar ist für ihn: Mit 14 Prozent wird es keine Alleingänge geben. „Wir werden Bündnispartner suchen und hoffen, dass wir für unsere grünen Ideen demokratische Kräfte im Rat gewinnen können.“

Junge Kandidaten – schwierige Ausgangslage?

Ob sein vergleichsweise junges Alter eine Rolle bei der Niederlage gespielt haben könnte, weist Walker zurück. Mit 36 Jahren und fünf Jahren Ratserfahrung fühle er sich durchaus reif für ein Spitzenamt. „Am Alter lag es vermutlich nicht“, so Walker. Auch die These, dass junge Bewerber es wegen der demographischen Struktur schwerer hätten, will er nicht gelten lassen: „Ich habe sowohl in der Jugendarbeit als auch in Seniorenheimen Erfahrungen gesammelt. Ich kenne viele Lebensrealitäten.“

Dank an das Wahlkampfteam

Zum Abschluss des Gesprächs richtete Walker seinen Dank an sein Wahlkampfteam: „Wir haben weit über 5.000 Türen geklingelt, Veranstaltungen organisiert und waren in den sozialen Medien sehr präsent. Es haben über 5.000 Menschen gesagt: ‚Der soll das machen‘. Dafür bin ich sehr dankbar.“

Fazit

Auch wenn Christian Walker das Ziel der Stichwahl verpasst hat, zeigt er sich entschlossen, die grüne Handschrift in der Wittener Kommunalpolitik sichtbar zu machen. Mit 14 Prozent der Stimmen und einer voraussichtlich starken Fraktion will er die kommenden fünf Jahre nutzen, um gemeinsam mit Bündnispartnern nachhaltige Veränderungen für Witten anzustoßen.

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