Veranstaltung

Januar
20
Montag
19:00 Uhr

Vortrag: Verunsichern wir uns mit Sicherheit?

 

Auch im Jahr 7 nach den Snowden-Enthüllungen wird nach wie vor jeder unserer Schritte im Internet protokolliert. Die Polizei hat inzwischen die Befugnis, Staatstrojaner auf unseren Smartphones zu installieren. Es gibt immer mehr Videoüberwachung und immer weitergehende Eingriffe der Behörden in unsere verfassungsmäßig geschützte Privatsphäre. In Europa gibt es einen neuen Anlauf zur Einführung einer Vorratsdatenspeicherung, obwohl der Europäische Gerichtshof diese Maßnahme bereits als grundrechtswidrig eingestuft hatte. Egal, ob es um einen Terroranschlag geht oder nur um Jugendliche, die etwas zu viel Lärm machen: vor allem konservative Politiker fordern reflexartig immer mehr Überwachung der Bevölkerung. Alles im Namen der Sicherheit.

Aber welche Auswirkungen haben diese Maßnahmen tatsächlich? Wird ihre Wirksamkeit überhaupt überprüft? Und welche Konsequenzen hat diese Entwicklung auf das Verhältnis zwischen Bürger und Staat? Fühlen wir uns noch frei, unsere Meinung zu äußern, uns politisch zu betätigen oder uns über bedenkenlos über bestimmte Themen im Internet zu informieren? Oder ist der konforme Staatsbürger inzwischen derart durch immer mehr Überwachung verunsichert, dass er sich selbst zensiert und sein Verhalten anpasst, um nicht verdächtig zu wirken? Diese Fragen sollen aus wissenschaftlicher Sicht beleuchtet und gemeinsam mit interessierten Menschen diskutiert werden.

Jens Lanfer ist Juniorprofessor für politische Theorie an der Universität Witten/Herdecke. Einer seiner Forschungsschwerpunkte ist die Innere Sicherheit. In diesem Rahmen hat er sich mit der Polizei, dem Verfassungsschutz, der polizeilichen Videoüberwachung sowie der Digitalisierung von Sicherheitspolitik beschäftigt.

Der Eintritt ist selbstverständlich frei!

Ort:

Zum Alten Fritz

Augustastraße 27

58452 Witten

Deutschland

Organisator/Ansprechpartner:

Piratenpartei Ennepe-Ruhr

Preis: Kostenlos