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Wittener Privatuniversität stellt Masterplan 2030 vor

Witten-Annen. Die Universität Witten/Herdecke (UW/H) will ihre Studentenzahl verdoppeln und den Campus ausbauen. Am Dienstag (3.2.) stellte die UW/H gemeinsam mit dem Planungsbüro Post + Welters ihre Pläne der breiten Öffentlichkeit vor. Ein zentraler Platz soll den Campus aufwerten, die vielen Parkplätze direkt vor dem Haupteingang werden verschwinden. Zwischen Dortmunder Straße und Pferdebachstraße sollen in den kommenden 15 Jahren viele neue Gebäude für Forschung und Wohnen entstehen.

Als am 30. April 1983 der Studienbetrieb der ersten Privatuniversität in Deutschland aufgenommen wurde, saßen 27 Studenten der Humanmedizin in Vorlesungssaal. Heute sind von 350 Universitäten in Deutschland 153 nicht in staatlicher Trägerschaft, die Wittener Uni steht im Wettbewerb mit anderen Privatuniversitäten. Der Anspruch das Wissen in kleinen Gruppen zu vermitteln ist geblieben, erklärte am Dienstagabend der UW/H-Präsident Prof. Dr. Martin Butzlaff. Die Räumlichkeiten dafür fehlen zunehmend. Der 1993 eröffnete neue Campus an der Alfred-Herrhausen-Straße sollte 800 Studenten Platz bieten. Teilbereiche der Bildungseinrichtung, wie die Zahnmedizin sind bereits in ein eigenes Gebäude gezogen. Platz für Forschung bietet das Forschungs- und Entwicklungszentrum (FEZ). Um die Studierendenanzahl von heute 2.100 zu verdoppeln, braucht die UW/H neue Räume. Noch fehlt das Geld für den Anbau, doch Prof. Dr. Butzlaff zeigt sich zuversichtlich, dass auch dieses Problem die Uni meistern wird.

Der Verkehr

Die Universität hat heute zwei Campusse. Der Lehrbetrieb begann 1983 im Gemeinschaftskrankenhaus in Herdecke. Damals reisten die meisten Studenten zur Vorlesung aus den Nachbarstädten an. Nach der Entstehung des Campus erst am Bahnhof Annen Nord und dann im Wullen und mit der zunehmenden Studenten- und Mitarbeiterzahl änderte sich die Situation. Viele Studenten und Mitarbeiter reisen heute mit dem Fahrrad (21,8 %) oder dem ÖPNV (21,4 %) an. Doch die Autofahrer dominieren die Statistik mit 40,2 %. Diesen Wert möchte Prof. Dr. Butzlaff gerne reduzieren und will die Autos vom Campus an die Pferdebachstraße verbannen. 400 Studenten und 250 Mitarbeiter haben in einer nicht repräsentativen Umfrage ihre Anfahrtssituation geschildert.

Ein altes Problem ist die Anbindung der Universität an die Stadt, die Bahnhöfe (Witten Hbf/DO-Oespel S) und die zu geringen Taktzeiten der Linie 371 in den Abendstunden. Die beiden Campusse werden durch keine Buslinie verbunden. Seit Jahren beklagt die Universität eine unzureichende ÖPNV-Versorgung. Für den Busverkehr zuständig ist der Ennepe-Ruhr-Kreis mit Sitz in Schwelm. Dieser zahlt die Busfahrten und ermittelt regelmäßig den Bedarf.

Jeder fünfte Student nutzt den Drahtesel auf dem Weg zur Uni. Viele Studenten wohnen in der Innenstadt (43 %), der Radwegeausbau und der Zustand der Pferdebachstraße lassen zu wünschen übrig, beklagen die Studenten. Doch hier verweist die Stadt auf das Land NRW. Der Stadtplaner Andreas Müller zeigte den Studenten am Dienstagabend die Pläne für die neue Pferdebachstraße. Wittens Bürgermeisterin Sonja Leidemann verwies auf die laufenden Anträge für den Umbau und die Haushaltsnotsituation der Stadt.

Eine andere Beobachtung schilderte der Architekt Hartmut Welters während seines Vortrags. Welters fütterte sein Navigationsgerät für die Anreise mit der Uni-Anschrift und wurde durch das angrenzende Gewerbegebiet geführt. Das Umfeld machte auf ihn einen tristen Eindruck, das Uniumfeld ist in die Jahre gekommen. „Man glaubt gar nicht, dass dahinter eine Universität liegt“. Ein weiterer Weg zur Uni führt über die Pferdebachstraße und den neuen Kreisverkehr. „Und auch dort ist die Eingangsituation so, dass man glaubt, hier ist eine Baustraße, die ins Nichts führt und man sieht die Universität am Beginn gar nicht. Eine ungewöhnliche Eingangssituation“, beschreibt diplomatisch Welters die Zufahrt zur Uni.

Tor zur Universität

In Zukunft soll schon von der Pferdebachstraße erkennbar sein, der Weg führt zur Universität. Welters spricht von einem Tor zur UW/H: „Tore muss man nicht nur baulich prägen, sondern die müssen einfach Nutzungen aufweisen. Man muss das Gefühl haben, hier passiert was und hier gibt es dann eben auch Gebäude und Nutzungen, wo man den Eindruck hat, es hat etwas mit Forschen, Arbeiten und Universität zu tun“.

Doch das Image verbessernde Tor zur Universität muss auf sich warten lassen. In der ersten Phase könnte ein neues Wohngebäude vor dem Kommunalfriedhof am Kreisverkehr Pferdebachstraße entstehen. Geplant ist auch ein Parkhaus hinter dem Boesner-Gelände und ein zentraler Platz auf dem Campus, um den neue Seminargebäude entstehen würden.

„Die Verlegung des Parkplatzes ist erst mal eine notwendige Bedingung, um überhaupt inhaltlich und räumlich neu planen zu können. Unser Plan ist die Autos aus der Mitte der Universität herauszuschmeißen und sie übereinanderzustapeln – ein Parkhaus zu bauen – damit eine immer dringlicher werdende Parkplatznot behoben wird“, erklärt Prof. Dr. Butzlaff. „Zweiter Schritt, neuen Raum schaffen für viele Ideen, die die Universität hat und für möglicherweise viele weitere Studierende, die zu uns kommen wollen. Von dieser Frage, wie viele das sein werden und in welchen möglicherweise neuen Studiengängen wird abhängen, in welcher Geschwindigkeit und welchen Volumen wir bauen.“ Die Universität ist zwar entschuldet, hat aber kein eigenes Kapital für die nötigen Investitionen. Prof. Dr. Butzlaff ist zuversichtlich Förderer zu findet, die einen neuen Entwicklungsschritt der Universität ermöglichen werden.

Ausbau in vier Phasen

Die erste Phase sieht auch die Ansiedlung von Unternehmen an der Rosi-Wolfstein-Straße, die von dem Uni-Umfeld profitieren möchten. Schon bald wird ein Wittener Unternehmen mit 80 Mitarbeitern dorthin umziehen. Weitere kleine Unternehmen werden folgen, heißt es von der Stadt Witten.

Die weiteren Phasen sehen die Ausdehnung der Universität in Richtung Gleiwitzer Straße und Mewe Ring vor. Die Errichtung von Wohnbebauung in einer neuen Straße parallel zur Breslauer Straße. Einen Forschungspark an der Pferdebachstraße und von beiden Seiten der Alfred-Herrhausen-Straße sowie viele neue Bäume im Pferdebachtal und zwei Gärten für Kreative und Ruhe suchende Studenten rund um die UW/H.

Zwar tragen die Pläne die Überschrift „Masterplan“, doch Papier ist geduldig. Die UW/H ist in der Vergangenheit in Schüben gewachsen und einen neuen kann man der Uni nur wünschen, denn ohne sie vergreist Witten zunehmend.