Die Stadt Witten hält Flächen für den Ausbau der Universität Witten/Herdecke frei. Die UWH kündigt den Anbau nun an.
Die Stadt Witten hält Flächen für den Ausbau der Universität Witten/Herdecke frei. Die UWH kündigt den Anbau nun an. (Foto: Archiv/Marek Schirmer)
Die grüne Zone um die Universität Witten/Herdecke wird in Zukunft kleiner. UWH platzt aus allen Nähten, ein Anbau ist geplant.
Die grüne Zone um die Universität Witten/Herdecke wird in Zukunft kleiner. UWH platzt aus allen Nähten, ein Anbau ist geplant. (Foto: Archiv/Marek Schirmer)
Die Universität Witten/Herdecke plant einen Anbau. Hier ein Foto aus dem Jahr 2001.
Die Universität Witten/Herdecke plant einen Anbau. Hier ein Foto aus dem Jahr 2001. (Foto: Marek Schirmer)

Universität Witten/Herdecke wächst an auf 2.000 Studierende und plant Campusausbau

Witten-Annen. An der Universität Witten/Herdecke studieren im Wintersemester 2014/15 erstmals mehr als 2.000 junge Menschen. Ursprünglich hatte die Universität diese Zahl im Rahmen ihres Wachstumskurses erst für das Jahr 2017 angepeilt.

„Dass wir unser Ziel nun schon gut zwei Jahre vor dem geplanten Termin erreicht haben, ist eine schöne Bestätigung unserer Anstrengungen in den vergangenen Jahren“,

freut sich UW/H-Präsident Prof. Dr. Martin Butzlaff über das stark gestiegene Interesse der Bewerber am Studienangebot der Uni. Damit hat die UW/H ihre Studierendenzahlen innerhalb von fünf Jahren nahezu verdoppelt.

„Insbesondere die neu eingerichteten Studiengänge in den Bereichen der Psychologie, der Demenzforschung und der Kulturreflexion oder an den Schnittstellen zwischen Philosophie, Politik und Ökonomie sind sehr gut angenommen worden und haben ihren Teil zu einem solide finanzierten Wachstum der Universität beigetragen“,

erläutert Prof. Butzlaff.

Das große Interesse an den Wittener Studienangeboten stellt die Universität allerdings auch vor Herausforderungen:

„Unser Campus wurde beim Bau im Jahre 1993 für rund 1.000 Studierende ausgelegt“,

so Prof. Butzlaff.

„Dem sind wir längst entwachsen und werden den Campus ausbauen. Denn nur so können wir sicherstellen, dass wir unseren Studierenden weiterhin kleine Arbeitsgruppen, eine familiäre Atmosphäre und kurze Wege anbieten können.“

Trotzdem werde die Universität ihrem Konzept, bei der Auswahl der geeigneten Studierenden auf Qualität statt Quantität zu setzen, treu bleiben. Prof. Butzlaff:

„Wir wollen keine Massenuni werden. Auch nach einem möglichen Ausbau werden wir dafür Sorge tragen, dass die Uni ihren Charakter und eine intensive Lehr- und Forschungsatmosphäre behält. Dieses Lernen im Dialog und auf Augenhöhe mit den Professoren wäre in vollen Hörsälen gar nicht möglich.“

Trotz der gestiegenen Studierendenzahlen wird es auch in Zukunft möglich sein, zunächst einmal kostenlos an der UW/H zu studieren. Dank des Umgekehrten Generationenvertrags der StudierendenGesellschaft (SG) übernehmen die Absolventen der Uni die Studienbeiträge für die aktuell Studierenden. Sozialverträglich und einkommensabhängig zurückgezahlt werden müssen die Beiträge erst, wenn die Studierenden später im Beruf stehen und ein ausreichendes Einkommen beziehen. Wer also später viel verdient, zahlt etwas mehr, wer später weniger verdient, zahlt entsprechend weniger oder sogar überhaupt nichts zurück. In diesem Fall werden die Beiträge solidarisch von der Gemeinschaft getragen.

Um den von ihr erfundenen Umgekehrten Generationenvertrag zukunftsfest zu machen und ihn trotz der stark gestiegenen Studierendenzahlen weiterhin anbieten zu können, hat die studentisch geführte SG im vergangenen Monat eine Bildungsanleihe über 7,5 Millionen Euro erfolgreich an der Börse platziert.

„Mit diesem Geld können wir sicherstellen, dass weiterhin alle Studierenden unabhängig von ihrem finanziellen Hintergrund an der UW/H studieren können“,

so SG-Vorstand Niklas Becker.