Baustellenplan aus dem Flyer der Stadt Witten. (Quelle: Stadt Witten)
Baustellenplan aus dem Flyer der Stadt Witten. (Quelle: Stadt Witten)

Umbau der Pferdebachstraße beginnt

Witten. Sie ist keine Straße für Autofahrer mit Rückenproblemen, nun soll sie glatt werden wie ein Kinderpopo. Vor 6 Jahren entschied die Stadt Witten die Pferdebachstraße zwischen Leo- und Ardeystraße zu sanieren. Am 27. August 2018 starten die Umbaumaßnahmen mit einer halbseitigen Sperrung. Die Stockumer kommen trotz Baustelle in die Stadt, die genaue Umleitung wird die Stadtverwaltung eine Woche vor dem Baustellenstart veröffentlichen.

Der Umbau der Stockumer- und Pferdebachstraße sollte zeitlich so abgestimmt werden, dass die Stockumer trotz Sperrungen in die Stadtmitte kommen, hörten die Stockumer stets bei Planungsstammtischen der Stadt. An dem Versprechen hält die Stadtverwaltung fest und tüftelt noch an den letzten Feinheiten, um eine Woche vor dem Baustellenstart mit einer genauen Umleitungskarte die Wittener zu informieren, sagte stockum.de die Sprecherin der Stadt Lena Kücük.

Ganz ohne Beeinträchtigung wird es nicht gehen. Die Baustelle wird zwischen der Ardey- und Schlachthofstraße halbseitig eingerichtet. Die Pferdebachstraße wird auf eine Länge von 1.150 Metern umgebaut, allerdings in vielen kleine Abschnitten, damit die Anlieger zu ihren Häusern und dem Ev. Krankenhaus gelangen können. Die Gesamtmaßnahme soll voraussichtlich bis März 2021 dauern.

Seit gestern informiert die Stadt Witten Anwohner mit Informationsflyer über die bevorstehende Baustelle. Sogar eine Unterseite auf der Homepage der Stadtverwaltung wurde für die Baustelle eingerichtet. Ein Kontaktformular und eine einfach zu merkende Rufnummer 581-4444 bieten schnellen Kontakt zum Planungsamt. Reiner Krause beantwortet die Baustellenfragen der Anrufer. Das Planungsamt ist zwar nicht 24 Stunden um die Uhr besetzt, ein Anrufbeantworter zeichnet die Fragen auf und Herr Krause meldet sich am nächsten Werktag bei ihnen. In dieser Woche war Reiner Krause persönlich vor Ort, sprach Menschen in den angrenzenden Straßen an, überreichte ihnen persönlich die Baustellenflyer oder warf diese in die Briefkästen.

Die häufigste Frage der Anwohner an Herren Krause war, was passiert nun in der Pferdebachstraße. Nach dem Umbau soll die Straße leistungsfähiger, sicherer und barrierefrei werden. Bei dem letzten Umbau der Straße in den 1960er Jahren berücksichtigten die Planer keinen Radverkehr, die Autos und die Parkplätze waren noch schmaler und von barrierefreien Bushaltestellen hatte damals noch niemand gehört, denn selbst in den Bussen gab es Stufen. Die neuen Haltestellen werden einen nahezu ebenerdigen Einstieg ermöglichen, die Straßenbeleuchtung wird auf sparsame LED-Technik umgestellt. Unter der Straße tut sich auch ganz viel, die Entwässerung Stadt Witten (ESW) wird abschnittsweise ihr Kanalnetz erneuern, die Stadtwerke Witten im großen Umfang ihr Versorgungsnetz und die Telekommunikationsunternehmen verlegen gleichzeitig auch neue Leitungen.

Am Güterbahnhof Witten-Ost, im Kreuzungsbereich Pferdebachstraße und Rheinischer Esel wird eine neue Brücke für Fußgänger und Radfahrer errichtet. Zwei Kreisverkehre entstehen in der Höhe der Schlachthofstraße und der Westfalenstraße. Für Fußgänger entstehen sichere und durchgehende Gehwege und Querungsmöglichkeiten. Seit den Baumfällarbeiten zwischen dem Bahnübergang und der Schlachthofstraße wirkt auf viele Wittener die Strasse immer noch sehr ungewohnt. Die Pferdebachstraße bekommt in zwei Jahren neue Bäume und an Straßenrand neue Pflanzbeete.

„Drittegewerke“ nennt die Stadt Witten Fremdunternehmen, die ihre Infrastruktur anpassen müssen. Die Firma Open Grid Europe wird eine Gasfernleitung im Zuge der Baustelle umlegen, die Deutschen Bahn den Bahnübergang verbreitern.

Die Kosten für den Umbau der Pferdebachstraße betragen rund 12,4 Mio. Euro. Seit 2012 gab es deshalb „etliche Tänze um Fördertöpfe“, die die Stadt Witten erstmal anzapfen musste, um eine so kostenintensive Maßnahme überhaupt stemmen zu können, heißt es aus dem Rathaus. Heute stellt sich die Förderfähigkeit wie folgt dar: kommunaler Straßenbau (Fördersatz 60%); Nahmobilität für Rheinischer Esel und Brücke (Fördersatz 70%); städtischer Eigenanteil: 1.900.000 Euro.

Nicht nur die Pferdebachstraße wird ganz modern umgestellte, auch bei der Baustelleninfo geht die Stadt Witten neue Wege, über QR-Codes auf Flyern und Baustellenschildern gelangen die Wittener stets an neuste Informationen über den Stand der Baustelle.